Einwohner:336
Fläche:2,21 qkm
Ortsvorsteher:
Tasch Alois ; Tel.: 06837/1836

Funde belegen,
daß die Gegend um Bedersdorf bereits seit rund 3000 Jahren besiedelt ist.
Aus Bedersdorf sind Münzfunde aus der Zeit des römischen Kaisers
Diocletian (243-316 n. Christus) überliefert. Im 5. Jahrhundert wurde der Gau
von landnehmenden Germanen besiedelt.
Erst wieder 950 hören wir von Bedersdorf als eine der Pfarreien
die nach einem Dekret von Bischof Ruotpert an Palmsonntag nach Mettlach
wallfahren sollten
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem
Jahre 1030. In diesem Jahr schenkte Markgräfin Jutta von Lothringen
Güter und Rechte an den Zehnten von "Beterstorf" der Abtei St. Matthias
in Trier.
Von Bedersdorf liegen eine ganze Reihe vn Schriftformen vor:
1270 Betersdorf, 1271 Bedestorf und Bedirstorf, 1276 Betherstorf und 1286
Bedrestorf.
spätere Schreibweisen sind Battrestorf, Baderstorf und
Betterstorf
Vermutlich ist der Ortsnahme abgeleitet von dem lateinischen
"beda" und dem germanischen "Dorf", einem Ort, in dem sich ein verehrenswerter
Geistlicher, ein "Eremit", niederließ. Darauf deutet auch der Flurnamen
"In der Klaus" hin.
Die Höfedörfer auf dem Gau hatten keine politische
Bedeutung. Das Interesse an ihnen erstreckte sich fast ausnahmslos auf ihrem
Grundbesitz und ihre menschen, die ja früher Leibeigene waren.
Geschichtliche Nachweise gibt es daher nur aus Eigentumsbewegungen, Einnahmen
und Frohnleistungen. Die Existenz einer Kirche in Bedersdorf wird bereits
im Jahre 1140 erwähnt. Im Jahre 1732 wurde die heutige Hallenkirche mit
quadratischem Turm erbaut und der Hl. Margaretha geweiht. 1776 erfolgte
eine Erweiterung. Die schweren Beschädigungen des 2. Weltkrieges
konnten nach mehreren Renovierungen behoben werden. Die Orte Gisingen und Kerlingen
gehörten zeitweise zur Pfarrei Bedersdorf
Am Ortseingang steht
unter hohen Roßkastanien die Kreuzkapelle. Sie wurde Anfang des 19.
Jahrhundert als Ort der Andacht für fromme Beter errichtet und nach
dem 2. Weltkrieg zur Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und
Gewaltherrschaft ausgebaut. Zur Blütezeit bieten die unter Naturschutz
stehenden Bäume einen herrlichen Anblick.
Das stets von der
Landwirtschaft geprägte Dorf hat sich nach dem 2. Weltkrieg zu einem
blühenden Wohnort entwickelt. Von den zahlreichen kleinbäuerlichen
Familienbetrieben sind ein großer Haupterwerbs- und drei Nebenerwerbsbetriebe
geblieben. Sie bewirtschaften heute die aus einer Flurbereinigung hervorgegangenen
,großflächigen Felder. Auf dem schweren Muschelkalkboden in 270
bis 300 m Höhe über NN gedeihen neben Raps, Grünfutter und Hafer
vor allem Weizen und Gerste. Daneben bestimmt Weidewirtschaft das Landschaftsbild.
Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform bildet Bedersdorf seit dem 01.01.1974
mit 9 weiteren, ehemals selbständigen Gemeinden des früheren
Amtsbezirkes Wallerfangen die Einheitsgemeinde Wallerfangen. Durch eine rege
Bautätigkeit in den Neubaugebieten "Hohlgass","Fasanenweg" und "Aubachweg"
hat sich die Einwohnerzahl günstig entwickelt, so daß sich der Ort
seine Selbständigkeit als eigener Gemeindebezirk mit heute 360 Einwohnern
erhalten konnte.
Nach den starken Kriegszerstörungen und dem Wideraufbau
hat sich das Ortsbild sehr positiv verändert. Es wurde nicht nur neu gebaut,
sondern auch viel Erhaltenswertes restauriert und modernisiert. Die
historische Kirche, der Dorfbrunnen und eine Reihe Lothringischer Bauernhäuser
geben hiervon Zeugnis.
Mehrerer Grünanlagen, teilweise mit Spielplätzen
, lockern das Ortsbild auf. Der großzügige Neu- und Ausbau der Landstraßen
352 und 353 sichern eine gute Anbindung an die Nachbarorte. Auf halbem Weg
zum Nachbarort Düren liegt der Sportplatz mit modernem Clubhaus.
Daneben ist ein Volleyball-Club im Ort beheimatet.
Mittelpunkt der
dörflichen Gemeinschaft bilden der Dorfplatz und das Dorfgemeinschaftshaus.
Die Dorfgemeinschaft Bedersdorf hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Gemeinschaftsleben
zu fördern, das kulturelle geschichtliche Erbe zu erhalten und Projekte
zu unterstützen.
Das alljährlich im Sommer stattfindende
Dorffest unter den Platanen des Dorfplatzes bildet den Höhepunkt in der
Reihe von Veranstaltungen und ist eine wichtige Einnahmequelle, aus der z.B.
der Ausbau und die Ausstattung der alten Schule zum Dorfgemeinschaftshaus,
die Renovierung der Kirche und die Einrichtung von Kinderspielplätzen finanziert
werden konnten.